geht’s noch wüster?

3 11 2009

ich könnte diesen eintrag mit folgendem satz beginnen und dann auch gleich aufhören zu schreiben, denn die worte beschreiben alles: fuck it hard oder einfach nur: scheiß tag!!!

erstens war die nacht hölle auf erden – kläffende hunde, singsang ausm dorf (was ich gestern nacht noch super fand, war heute alles andere als beruhigend), heiß/kalt im schlafsack (was nur stunden braucht, um sich raus- und dann wieder einzuwickeln…), das knie tat weh. um sieben am abend ins bett, um halb sieben in der früh raus aus den federn (ok, von federn kann man nicht sprechen, wenn man auf ner iso-matte pennt): müde, weh, unausgeschlafen (ja, auch nach 12h schlaf kann man hundemüde sein!), keine lust zum weiterfahren – uns stand ja der scheiß 30km weite weg bevor, der mim emo ja nur in drei ewigkeiten zu bewältigen ist.

davor noch zahlen. super, wenn keiner die sprache des anderen kann. eine ewige diskussion und rechnerei bis wir uns alle endlich mit sandzeichnungen, handgestikulationen und was weiß ich alles verständig hatten und uns einig waren. lol.

nach dieser bequemen fahrt landeten wir wieder in n’kob, wo wir – ach was für ein zufall – el cheffe vom camping wiedertrafen. ich also kurz geplaudert, er mir noch berbertipps geben für mein totes knie,… werd ich mal ausprobieren. bezweifle zwar, dass salzwasser nutzt, mais bon. ich hab ihm drauf erklärt, dass wir in europa (marcels auto geht grad halb in flammen auf) salzwasser zum gurgeln verwenden, wenn wir halsweh haben. er hat die welt nicht mehr verstanden. loooool.

tja gut. auf dem weg nach marrakech (sind noch nicht da, aber bald…) ist uns marcels karre eingangen. kurzschluss, stehenbleiben. sarah und ich mim emo zurückgedüst. landrover fängt an zu urinieren. oder in anderen worten: das benzin FLOSS!! es war wirklich nicht nur ein rinnen, sondern ein FLIEßEN!!! (benzinschlauch durchgeschmort) also: die jungs haben geschraubt, getan und was weiß ich was, während wir mädls in der hitze im von fliegen besetzten auto gewartet haben. fliegen deswegen, WEIL das auto natürlich mitten auf ner müllhalde den geist aufgeben hat müssen. ein ziemlich selten zu sehendes, zumindest bei uns in europa, schauspiel ereignete sich ereignete sich: im himmel tobte der ganze vom wind aufgestaubte müll – auf den ersten blick hätte man das fliegende etwas für vögel halten können, doch wir sind draufkommen, es handelte sich um müll.. tragisch. wirklich tragisch.

na gut… haben gleich drauf an camping gfunden (in ouarzazate) und der marcel schraubt und lötet jetzt schon seit ein paar stunden ganz eifrig an dem auto rum, dass wir morgen weiter richtung marrakech kommen.





wandern oder bergtouren? ist hier anscheinend dasselbe…

2 11 2009

wir vier also top motiviert gewesen, um endlich so ne trekkingtour zu machen, von der der daniel seit tagen schwärmt (er war schon mal hier). um halb sieben aus den federn, um viertel neun losmarschiert. die einheimischen vom camping in n’kob haben uns noch extra ne kurze tour in den sand gezeichnet und auf unserer karte markiert. vier stunden hieß es. aber aufgrund sprachlicher probleme war uns nicht mehr ganz klar beim aufbruch, ob es vier stunden insgesamt oder nur für eine richtung waren. der erste teil war ja noch voll ok zum wandern, aber der zweite war die härte. klettern, felsen, geröll über geröll (da hat dann mein knie nicht mehr mitgespielt), wir ne scheiß karte dabei, das wasser war auch irgendwann alle. spätestens da wussten wir: fuck it hard, die vier stunden waren wohl für eine richtung dacht. ein ständiges auf und ab: runter auf geröll, durch schluchten, flussbetten, rauf über geröll, tausendmal ausgerutscht, ich in an dornbusch rein (marcel hat mich dann „operieren“ dürfen lol). die felsen waren heiß, die felsen waren spitz. meine hände ur aufgeschürft, weil klettern mit hinem knie halt auch was geiles ist – kann ich jedem nur empfehlen.
es war abenteuer pur – aber hätten wir gewusst, was da auf uns zukommt, wir hätten das logischerweise nicht gemacht mit so einer ausrüstung. ok, von ausrüstung kann man da schon gar nicht mehr sprechen,… wir hatten nix dabei für eine solche tour. ich bin mir auch ziemlich sicher, dass wir ne abzweigung verpasst hatten. es war echt die härte, auch wenn’s super spannend war. aber wären wir eine stunde später in der früh losgangen, wir wären voll in die dämmerung kommen und hätten echt ein riesen problem gehabt.
es war ja nicht nur wegen dem geröll so gefährlich, … es kommt ja noch dazu, dass dir niemand helfen kann da drinnen, wenn was passiert. keine menschenseele rum, keine bergrettung, nicht mal ein muli schaffts da hoch… wennst dir die geschichte weiterdenkst, wird dir richtig übel. gebrochener fuß…. und du hast das glück dich findet jemand (wir hatten wenigstens das gps dabei und ich die nummer vom camping aus n’kob), dann komm mal aus dem gebirge raus. solltest das schaffen, dann musst aus dem loch (dorf oder keine ahnung wie man es hier nennt) raus nach n’kob – drei stunden mim auto. von dort dann nochmal nach marrakech. die sarah und ich wollten gar nicht dran denken. wüst. ehrlich.

nach 9 stunden (ich erinnere: geplante vier stunden!!) wandern, klettern, trekking, schwitzen, fluchen, verfolgungsjagd mit hund, hinigem knie und die angst, dass diverse bänder reißen könnten, waren wir wieder beim zelt. gut is gangen, nix is gschehn. danke schutzengel.





n’kob

1 11 2009

Wir sind dann auch gut angekommen, alle zusammen glücklkich vereint loool. wir wollten noch am selben tag nach bab n’ali fahren, haben aber dann beschlossen, dass es schon zu spät war… waren davor noch im www in n’kob – wie gesagt, für drei oder vier texte hochladen plus emails lesen (nur lesen!): eine stunde. da ging massig zeit drauf und wir haben wohl den luxuscampingplatz schlechthin entdeckt. sowas würd ich mir nicht mal in europa erwarten. sogar die toiletten rochen nach frischer brise. na es war super. und das personal erst! der kleine (rachid), der eigentlich schon 19 war wie sich im laufe des abends herausstelltre, war sowieso der totale hit! hat uns gleich tee gemacht, war ur freundlich und hat vor allem mich mit seinen mini-französischkenntnissen die längste zeit unterhalten. er war auch noch voll engagiert, hat uns holzkohle fürs grillen aufgetrieben, woraufhin ich ihn zum essen eingeladen habe.
irgendwann hat sich el cheffe dazugesetzt und weil auch er nur frz sprach, bin ich zur übersetzertante mutiert. ihn haben wir dann ausgequetscht. wir wissen jetzt zum beispiel, dass der könig u.a. deswegen so populär ist, weil er der erste war, der die berbersprache anerkannt hat und in den schulen als pflichtgegenstand eingeführt hat. des weiteren haben wir erfahren, dass ein dromedar 1000 euro, ein muli 2000 euro kost.irre teuer oder?
ja gut, es wurd dann irgendwann mal recht frisch und nachdem el cheffe uns ein riesen abendessen spendiert hat (obwohl wir schon gegessen hatten…), hat er gemeint, wir sollen mit ihm in eine windstille ecke zum pool gehen. dort gab’s gratis tee und er hat den armen rachid wieder gescheucht (der übrigens von unserem bier schon total benebelt war lol), um kerzen zu holen. *g* die halbe mannschaft hat sich dort versammelt und wir haben über alles mögliche geredet.. auf deutsch, arabisch, englisch, französisch, berber. multikulti hoch 20. es war so interessant und die leute alle so herzlich.
el cheffe, marcel und ich waren die letzten, die ins bett gangen sind. und als wir drei da noch gequatscht haben, hab ich mir versehentlich chili in die augen gerieben (hatte für eine hundertstel sekunde vergessen, dass ich das fleisch gewürzt hatte). meine äuglein waren, wie konnt’s anders sein, glasklar! tränen wie sau, bist du deppat war das scharf. aber ich bekam dafür eine super berberkopfmassage. so hat alles negative auch was positives. loool. die massage war genial und die augen hörten auch bald auf zu rinnen, dafür hatte ich dann voll den blauen fleck auf der stirn, weil die drückerei so brutal war. loool.
heute, kaum aufgestanden, stand rachid schon vor mir fröhlichst im bad und fragte mich, ob ich mit ihnen nicht frühstücken wollte. hätt ich auch fast gemacht, aber ich wollt dann doch nicht stören und gleichzeitig hatte ich voll das schlechte gewissen, weil man eine solche einladung nicht ausschlägt. hab mich also beim patron entschuldigt, aber er meinte, das sei ok. und er brachte uns ein teil seines frühstücks zu unseren campingtischen ;) . süß oder? und guuuuuuuuuuuuut war’s. ja, die verstehen was vom kochen, die berber.
die wäsche hätte er uns auch noch gratis gewaschen, aber das wollten wir nicht… wir hatten so tolle stunden dort, da können wir die paar euro auch zahlen… und ein kleines päckchen deutsche chocolat noir haben wir dazugelegt. ich war voll erstaunt, weil der patron hat das geld und das gschenk gleich (vor meinen augen) seiner angestellten übergeben… er hätt sich’s auch selbst einstecken können.
rachid und der chef ;) , die waren echt voll süß und haben mich immer gefragt, ob ich wirklich mit der gruppe nach bab n’ali muss.. ich könnte ja auch daweil dableiben und gratis wohnen. cool wär’s schon gewesen, aber ganz blöd bin ich ja auch nicht. also bin ich brav mit den anderen nach bab n’ali (oder wie marcel es nannte, weil er den namen nicht mehr wusste: ali baba) gedüst.
übrigens. das war so ne strecke, die absolut nicht emo-tauglich ist. das sagten uns die einheimischen auch und die blicke hättest sehen sollen, als wir da die üble bergstrecke mit dem flachen auto gemeistert haben. haben uns alle für irre erklärt. aber irgendwie is gangen. mit betonung auf irgendwie: 30km in 3h. das war ein spaß!

berberhäuschen im felsen, schluchten, täler, palmen und dann wieder ewig nix. bettelnde kinder mit traurigen augen, alte männer mit ewig tiefen furchen im gesicht und ohne zähne, frauen, die am rücken ihre kleinsten stundenlang herumschleppen.

der campingplatz bewirtschaftet von einer berberfamilie. sie kein frz und kein englisch, wir kein berber. und trotzdem haben wir uns verstanden. ;)
die unterkunft war mehr als einfach, das klo mit seinen dämpfen eine wahre challenge für meinen magen, der sich mehrfach gewendet hat. lol. ich werde zum meister des luftanhaltens, das sag ich euch. apropos toilette: die sarah steht davor und will schon wieder zurück, weil da so ein haufen dreck lag. sah halt wie kot aus, oder wie sie entsetzt meinte „scheißhaufen“. und auf einmal hupt dieser haufen vor ihren augen weg looool – es war ne kröte *ggggg*. aber ohne licht hätt des echt alles sein können :p.

in der zweiten nacht waren wir die einzigen gäste – die absolute ruhe der nacht gehörte uns alleine.